Archiv für März 2014

Abschiebung ist ein Gewinn- auch für Kinder!

So oder so ähnlich drücken es in zynischer Art und Weise 3 Frauen vom Bayerischen Roten Kreuz in ihrem „Bilderbuch für Rückkehrer-Kinder“ aus.
Denn die „Rückkehrer-Kinder“, welche hierzulande auch gleich einen Weckdienst gratis bekommen, damit das Flugzeug in die „Heimat“ auch ja nicht verpasst wird, wissen oft gar nicht, dass in „ihrem Heimatland“ immer die Sonne scheint!
Ganz nebenbei wird den Kindern bei der Lektüre des Buches beigebracht, auch einmal an seine Mitmenschen zu denken: Da man natürlich nicht alle Sachen im Rucksack mit „nach Hause“ nehmen kann,

schenke ich alles, was nicht hineinpasst, meinen Freunden in Deutschland“.

Total praktisch, schließlich wird man mich so bald nicht wieder sehen. Da machen sich ein paar Andenken für die Freunde doch immer gut!
Wie Erwachsene Menschen auf solch zynische Ideen kommen können, wird im Interview erläutert:

Es geht überhaupt nicht darum, wo geht’s hin oder welchen Zusammenhang hat das, sondern es geht darum, das Kind ist noch nie geflogen und hat eventuell Angst davor“.

Merke: Einzige Unannehmlichkeit bei der „Rückkehr“ könnte eventuell der Flug sein, aber mithilfe dieses pädagogisch wertvollen Machwerks wird der Reisestress, den ja eigentlich fast jede Familie auf den Weg in die Sonne kennt, minimiert.
„Rückkehr“, von einigen Schwarzmalern und Gutmenschen auch Abschiebung genannt, ist nämlich, wie im Buch dargestellt, so etwas wie Urlaub. Nur dass dieser nicht auf ein paar Wochen angelegt ist, sondern Dauerhaft. Und die Reisekosten übernimmt sogar der Staat!
Den „Glücksfall“, wie das Buch von einer Vertreterin des DRK Bayern beschrieben wird, kann man sich in Ausschnitten hier anschauen:

Kommentieren

Lookismus gegen Rechts

Wer sich ab und zu mit Kommentarspalten von Zeitungen wie der Mopo oder auf Facebook befasst, wird des öfteren mit Internethelden bekanntschaft gemacht haben, die aus der Anonymität heraus ihrem Rassismus, Antisemitismus oder einfach nur stumpfen Gewaltphantasien gegen „Minderheiten“ freien Lauf lassen.

In Hamburg wurde dies vor allem bei Themen wie dem angeblichen Angriff auf die Davidwache oder den Protesten der Gruppe Lampedusa in Hamburg deutlich.
So schrieb ein User bei auf der Facebookseite „Solidarität mit den Beamten der Davidwache“:

“Ich bin kein Nazi und auch kein Sym­pa­thi­sant der Glat­zen. Mir sind 1000 Glat­zen je­den­falls zig­mal lie­ber als 100 ver­mumm­te Links­ver­bre­cher“

Nebenbei sei Erwähnt, dass diese Kommentare keinesfalls die „extremsten“ ihrer Art waren. Die Administratoren von „Solidarität mit den Beamten der Davidwache“ mussten die Vertreter des „gesunden Volksempfindens“ mehrmals Auffordern:

Keine Beleidigungen, keine verbale Gewalt. Die Administratoren tolerieren viele MEINUNGEN, aber keine verbale Gewalt.

Seit den ersten Tagen dieser Seite findet man selbige Aufforderung in der Kurzinfo.
Vor der jünsten Lampedusa-Demo am letzten Samstag befand ein Kommentator Namens Santa Püppi in der Kommentarspalte der Mopo:

Ich hab’s! Wir bieten denen jetzt sofort ARBEIT an…Stadtteil aufräumen, Strasse kehren…dann sind die doch sofort weg…

Die eigens angestellten Moderatoren bei mopo.de fanden an diesem Kommentar nichts verwerfliches und schalteten ihn frei.
Der Anteil der Kommentare, die selbst einem Moderator bei mopo.de zu heftig sind, dürfte vermutlich trotzdem einen großen Anteil haben.

Lookismus gegen Rechts“ holt die Internethelden jetzt zumindest ein Stück weit aus der Anonymität.
Dort wird ein entsprechender Kommentar bei Facebook samt Foto des Betreffenden veröffentlicht.
Neben der nicht gerade neuen Erkenntnis, dass „Extremismus der Mitte“ sich oftmals nicht von den Ansichten stumpfer Naziglatzen unterscheidet, ermöglicht „Lookismus gegen Rechts“ mehr oder weniger schockierende Einblicke in die geistigen Abgründe so mancher „Biedermänner von nebenan“, wie folgender Screenshot eindrucksvoll bestätigt:

Kommentieren