Gefahrengebiet: Hamburger Polizei übt einmal mehr den Ausnahmezustand

+++ Update 9.1.: Das „Gefahrengebiet“ soll wieder aufgehoben werden, allerdings sollen weiterhin sogenannte „Sicherheitsinseln“ um die Polizeireviere Mörken-, Lerchen- und Davidstraße bestehen bleiben +++ Update 7.1.: Publikative.org zitiert einen Zeugen des 2. „Angriffs“ auf die Davidwache: „Er habe das Geschehen zufällig beobachtet, nachdem er von einem Konzert in einem Reeperbahn-Club gekommen sei. Dabei er habe eine lose Gruppe von maximal 25 Personen beobachtet, die weder vermummt gewesen sei, noch wie eine organisierte Gruppe aufgetreten sei. Seinen Angaben nach ist es unmittelbar vor der Davidwache zu keinerlei Stein- oder Flaschenwürfen gekommen.“ +++ Update 5.1.: Der 2. Angriff auf die Davidwache wird erstmals öffentlich infrage gestellt. Infos hier +++

Die Hamburger Polizei hat heute die Einrichtung eines Gefahrengebiets ab dem kommenden Wochenende bekanntgegeben. Dieses soll „bis auf weiteres“ Bestand haben.
Überleben in Altona nimmt dies zum Anlass, einen kurzen Blick auf die Hamburger Realitäten seit Mitte Dezember 2013 zu werfen.

gefahrengebiet
Foto: HH-Mittendrin

-Eine seit Mitte Dezember in weiten Teilen (freiwillig) gleichgeschaltete Hamburger Presse

-Eine Facebookseite, die es Dank medialer Unterstützung auf weit über 45000 „likes“ bringt und auf der sich der deutsche Durchschnittsbürger mit Sätzen wie:“Ich bin kein Nazi und auch kein Sympathisant der Glatzen. Mir sind 1000 Glatzen jedenfalls zigmal lieber als 100 vermummte Linksverbrecher“ oder Forderungen wie „Todesstrafe für Steinewerfer“, ordentlich austoben kann

-Diverse Politiker, die die 10000 Teilnehmer (bzw. einen Teil) der Demonstration vom 21.12. als „Kriminelle“ (Innensenator Neumann, SPD), „Abschaum“ (Björn Werminghaus, Vizechef der Dt. Polizeigewerkschaft, Hessen) oder „SA“ (Christan Trede, GRÜNE Altona) bezeichnen

-Der Ruf nach Schusswaffengebrauch („Wir schießen nächstes Mal scharf“)

- Eine Polizeiführung, die immer mehr freidreht und für das kommende Wochenende ein Gefahrengebiet in bisher nicht gekanntem Ausmaß einrichtet

Dies alles kennzeichnet momentan die Hysterie, die in Hamburg nach den schweren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten am 21.12., sowie 2 Angriffen auf eine Polizeiwache, herrscht.
Sachliche, bzw. ausgewogene Berichterstattung scheint für viele Medien, bzw. Journalisten momentan ein Fremdwort zu sein.
Vom NDR, dessen „Rechtsextremismusexperte“ linke Autonome mit rechtsextremen „autonomen Nationalisten“ gleichsetzt, über Springerpresse bis hin zur Hamburger Morgenpost, wird fast ausschließlich aus Polizeisicht berichtet und die deutsche Polizei“gewerkschaft“ bekommt ein großes Forum für ihre abstrusen Forderungen.
Von den 500 zum Teil Schwerverletzten Demonstranten am 21..12. ist, wenn überhaupt, nur am Rande zu lesen, eine Ursachensuche für die Gewalt vom 21.12. bleibt fast völlig aus.
In Hamburg gibt es diverse soziale Probleme und Konflikte, wie es zuletzt deutlich sichtbar durch die Behandlung von Flüchtlingen oder der Bewohner der „ESSO-Häuser“ wurde.
Dazu kommt ein durchgeknallter Spekulant, der droht, eine ganze Stadt in Geiselhaft zu nehmen und kräftig Öl ins Feuer gießt.
Auch die Rolle der Hamburger Polizeiführung wird kaum hinterfragt.
Die Einrichtung des Gefahrengebiets am kommenden Wochenende ist eindeutig als Kampfansage zu werten, genauso wie die Drohung, in Zukunft eventuell Schusswaffen gegen Demonstrierende einzusetzen.
Gemeint sind aber nicht nur diejenigen, die zuletzt 2 Mal die Davidwache angriffen und sich nach dem Sinn solcher Aktionen fragen lassen müssen, sondern alle, die sich auch in Zukunft für eine für alle lebenswerte Stadt einsetzen wollen.

Allen, die die Polizei am Wochenende bei Ihrer Arbeit mental unterstützen wollen, sei hiermit folgendes Lied von Georg Kreisler ans Herz gelegt:

Den Text gibt´s hier

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