27.10.: „Suchst du noch oder wohnst du schon?“ (in Altona)

Dann leider doch keine Besetzung…
…dachte man sich, als man am Ort des Geschehens eintraf und feststellte, dass man obendrein sogar die öffentlich angekündigten Aktionen wie die Kundgebung und die Lichterumzingelung gegen den geplanten Abriss der Häuser 114 – 116 in der Breiten Straße in Altona-Altstadt knapp verpasst hatte.
aktion breite str 27.10.
Schade, denn nach den Besetzungen im letzten Jahr, wie z.B. in der Juliusstr./Schanze und dem ehemaligen Finanzamt in Altona hätte eine neue Besetzung mal wieder gut ins Konzept gepasst. Laut taz-Bericht wurde dafür in der Nähe der Uni versucht, ein neues Studentenwohnheim zu eröffnen, was aber am erhöhten Polizeiaufkommen scheiterte.
Die Aktionen waren Teil des Hamburg weiten Aktionstages unter dem Motto „suchst du noch oder wohnst du schon?“.
Aber zurück nach Altona:
Angesichts der sich immer weiter zuspitzenden Situation auf dem Hamburger Wohnungsmarkt versucht sich die SPD mit der Parole „wir bauen mehr Wohnungen“ positiv in Szene zu setzen. Dass ein großer Teil der neugebauten (bzw. geplanten) Wohnungen für Gering-, aber auch in zunehmenden Maße für Normalverdiener unerschwinglich ist, steht auf einem anderen Blatt. Genauso verhält es sich mit der Tatsache, dass für einige Neubauten bestehender Wohnraum vernichtet wird, der ohne viel Aufwand erhalten werden könnte.
Das gilt auch für die drei letzten Gründerzeithäuser in der Gegend der Breiten Straße, die sonst fast nur aus Wohnblocks besteht.
Die neugebauten Wohnungen sollen dann zu einem Preis von 14,50 € pro Quadratmeter zu haben sein. Also weit über dem, was sich viele Menschen leisten können. Und das wollen immer mehr Menschen im Stadtteil nicht hinnehmen. So beteiligten sich an den oben erwähnten Aktionen in Altona ungefähr 150 Menschen.
Ob dies den Plan des Investors, die Häuser abreißen zu lassen, ernsthaft ins Wanken bringt, darf allerdings bezweifelt werden. Zumindest wurde dadurch aber der öffentliche Druck auf den Investor erhöht, der den geplanten Neubau von dem Architekturbüro Heyden und Hidde durchführen lassen will. Herr Hidde saß übrigens bis 2011 für die Grünen als baupolitischer Sprecher in der Bezirksversammlung Altona…
Im November geht die „Mietenwahnsinn stoppen“-Kampagne dann in die nächste Runde:
Am 10.11. findet eine Großdemonstration gegen „Mietenwahnsinn statt“. Am Abend wird dann in der Hafenstrasse „25 Jahre Barrikadentage“ (siehe rechts unter „in Kürze“), sowie der 31. Jahrestag der Besetzung der Häuser in der Hafenstraße gefeiert.
Als Einstimmung für die Große Demo am 10.11. gibt es ein Musikvideo von 1979 von den Specials. Auch wenn der Text sich auf die damals zahlreichen Schlägereien auf Konzerten bezog, so kann man den Titel und den ersten Teil des Textes angesichts von Gentrifizierung und Co auch anders deuten.
Außerdem erinnern die ersten 40 Sekunden doch stark an die städtebauliche Zusammensetzung von Altona-Altstadt.

This town, is coming like a ghost town
All the clubs have been closed down
This place, is coming like a ghost town


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