Archiv für Juli 2012

80 Jahre Altonaer Blutsonntag

Anlässlich des 80. Jahrestages des Altonaer Blutsonntags veranstaltete die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes einen Stadtteilspaziergang durch Altona-Altstadt. Da niemand von uns dabei sein konnte, wir das Ganze aber trotzdem äußerst Erwähnenswert finden, gibts hier an dieser Stelle keinen Bericht, sondern ein Video vom Spaziergang, erstellt vom Medienkollektiv Graswurzel TV:

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Zomia ist mal wieder umgezogen…

…und auch dieses Mal ging es nicht ohne Druck. Anstatt sich noch länger hinhalten zu lassen, hat die Bauwagengruppe Zomia Nägel mit Köpfen gemacht und ein schon länger versprochenes Areal in Altona in Beschlag genommen.
Ob die mittlerweile mehrjährige Odyssee Zomias durch Hamburg jetzt erst mal ein Ende findet, ist eher ungewiss. Vereinbart ist jedenfalls, dass die Gruppe auf der Brammerfläche zwischen Schanzenviertel und Altona-Nord bleiben kann, bis es für diese ein Bebauungsvorhaben gibt. Angesichts der „Top-Lage“ des Geländes könnte sich bald das wiederholen, was man vor einem halben Jahr bereits erlebt hat: Eine Räumung oder Räumungsandrohungen Plus den dazugehörigen Verhandlungsmarathon um eine Ersatzfläche.
Wir erinnern uns: Ursprünglich hatte Zomia vor, einen Platz südlich der Elbe in Hamburg-Wilhelmsburg zu beziehen. Dort „herrschte“ zu dem Zeitpunkt allerdings jemand, der wohl vergessen hatte, dass es durchaus wichtigeres gibt als einen kostspieligen (privaten) Kleinkrieg gegen Obdachlose und Bauwagenbewohner.
Zum Beispiel sich in adäquater Weise um die Jugend- und Familienhilfe im Bezirk Mitte, in dem der Stadtteil Wilhelmsburg liegt, zu kümmern.
Jedenfalls setzte derjenige welche, der auf den Namen Markus Schreiber hört und Mitglied der Hamburger SPD ist, alles daran dass in „seinem Bezirk“ kein Bauwagenplatz entsteht. Und das schlicht und ergreifend deshalb, weil so etwas nicht in sein provinzielles Weltbild passte.
Zomia besetzte daraufhin eine Fläche in Altona, für die es zwar auch keine Nutzungsvorhaben gab, aber Altona muss ja schon einige Bauwagenplätze „aushalten“. So oder so ähnlich hieß es zumindest aus dem Bezirksamt Altona. Und so wurde die Zomia-Gruppe mittels eines großen Polizeiaufgebots gezwungen, den Platz wieder zu Verlassen. Aber da man sich ja im ach so toleranten Altona befindet, wurde eine „Übergangslösung“ angeboten, in unmittelbarer Nähe eines Altersheims.
Nicht, dass dies ein Problem für die neuen Nachbarn darstellen würde, nur hatten die Verantwortlichen des Bezirks „vergessen“, die Menschen vor Ort in ihre Pläne einzuweihen und dann vor vollendete Tatsachen gestellt. Wie dem auch sei, Skepsis war weiterhin angebracht, angesichts der Taktierereien und falschen Versprechungen, die Zomia des Öfteren gemacht wurden. Letztendlich wurde der politische Druck, der dann durch verschiedenste Aktionen ausgeübt wurde, belohnt und Zomia bekam die Brammerfläche angeboten.
Allerdings dürfte das eher dem kleineren Koalitionspartner (Grüne) im Bezirk Altona zu verdanken sein und nicht der SPD, welche sich bis zur Drohung der Grünen, die Koalition platzen zu lassen, in Blockadehaltung übte.
Aber das scheint jetzt Schnee von gestern zu sein. Denn anlässlich des unangekündigten Umzugs in die Nähe der Schanze wünschte der 2. Vorsitzende der Altonaer SPD, Mark Classen, Zomia „viel Spass auf der Brammerfläche“.
Ob das jetzt als Drohung verstanden werden soll oder ernst gemeint ist: Wir wissen es nicht…
Fakt ist aber, dass sich Zomia fürs erste durchgesetzt zu haben scheint.


Quelle: zomia.blogsport.eu

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Alles muss man selber machen…

…dürften sich einige engagierte Menschen angesichts der Untätigkeit des Hamburger Senats gedacht haben: Da sich trotz der Initiative von vielen Menschen in puncto offizieller (Um)Benennung eines Platzes in Hamburg-Ottensen in Kemal-Altun-Platz noch nichts getan hat, schritten vor kurzem einige Menschen zur Tat. Herausgekommen sind dabei Straßenschildähnliche Schilder und einige Plakate zum Fall Kemal Altun an verschiedenen Stellen des Platzes.
Erfreulich ist übrigens, dass sich auch einige soziale Einrichtungen wie Beispielsweise der Bauspielplatz „Spio“, der auf dem Platz seit Anfang der 1990er Jahre residiert, an der Initiative beteiligen.
Was dort allerdings fehlt, ist eine genauere Beschreibung der Umstände, die zu Kemal Altuns Selbstmord führten. Genauere Infos dazu gibt es hier und hier

Kemal Altuna Platz schild

Kemal Altun Dino

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